Janina Fisher, PhD: Trauma-Informed Stabilization Treatment (TIST Level I) – Heilung der fragmentierten Selbstanteile
- Beginn:
- 1. Apr. 2027
- Ende:
- 19. Aug. 2027
- Datum:
- 1. Apr. 2027 - 19. Aug. 2027
- Uhrzeit:
- 1. Apr. 2027, 18:00 - 19. Aug. 2027, 20:00
- Anmeldeschluss:
- 31. März 2027
- Kurs-Nr.:
- W 119
- Preis:
- 930,00 EUR
- Ort:
- Live-Webinare / Online-Fortbildung
- Bemerkungen:
- Live-Webinare / Online-Weiterbildung
- Diesen Kurs buchen
- Referent:in:
- Janina Fisher, PhD. (USA)
| Datum | Beginn | Ende | Dauer | Raum |
|---|---|---|---|---|
| 01.04.2027 | 18:00 | 20:00 | ||
| 22.04.2027 | 18:00 | 20:00 | ||
| 13.05.2027 | 18:00 | 20:00 | ||
| 03.06.2027 | 18:00 | 20:00 | ||
| 24.06.2027 | 18:00 | 20:00 | ||
| 19.08.2027 | 18:00 | 20:00 |
Beschreibung
In Kooperation mit der DGTD e.V. - Deutsche Gesellschaft für Trauma und Dissoziation

Das TIST-Training ist so aufgebaut, dass die Teilnehmer:innen ein ca. 2-stündiges Videomaterial im Vorwege eines jeden Moduls erhalten, in denen Janina Fisher die TIST-Methode mit all den aufgeführten Inhalten anschaulich vermittelt. Bei jedem der 6 Termine mit Janina Fisher wird es Austausch in Kleingruppen geben und anschließend werden Fragen und Themen moderiert mit Janina Fisher praxisnah besprochen.
Kindheitstraumata, Vernachlässigung und verletzte Bindungserfahrungen hinterlassen bei den Betroffenen nicht nur ein Erbe überwältigender Erinnerungen und Emotionen, sondern auch ein fragmentiertes Selbstverständnis und ein geschädigtes Nervensystem, das die Fähigkeit, Emotionen oder Stress zu ertragen und zu regulieren, beeinträchtigt. Da sie sich nicht bewusst sind, dass ihre intensiven Gefühle und Reaktionen auf nonverbalen, impliziten Erinnerungen beruhen, die von fragmentierten Teilen der Persönlichkeit festgehalten werden, greifen diese Klient:innen zu verzweifelten Maßnahmen: Suchtverhalten und Selbstverletzung, Selbstmordgedanken und impulsive Versuche sowie intensive Kampf- oder Fluchtreaktionen, wenn sie verletzt, bedroht oder zurückgewiesen werden. Anstatt einen Rahmen für die Heilung der Auswirkungen des Kindheitstraumas zu bieten, wird die Therapie oft zu einem Krisenzentrum, dessen Ziel es ist, einfach die Sicherheit der:des Klient:in zu gewährleisten.
Die:der Therapeut:in steht vor einem Dilemma: Wie behandeln wir das zugrundeliegende Trauma, wenn die:der Klient:in instabil oder unsicher ist, von einer Krise in die nächste gerät oder in einer sich drehenden Tür von Krankenhäusern oder Behandlungsansätzen gefangen ist? Wie können wir anerkennen, was geschehen ist, ohne zu viel zu öffnen? Wie behandeln wir eine:n Klient:in, die:der heute zu leben und am nächsten Tag zu sterben versucht? Das Modell der Trauma-Informierten Stabilisierungsbehandlung (TIST) wurde entwickelt, um einige hoffnungsvolle Antworten auf diese rätselhaften und frustrierenden Herausforderungen zu geben.
Auf der Grundlage theoretischer Prinzipien aus der neurowissenschaftlichen Traumaforschung kombiniert TIST achtsamkeitsbasierte Interventionen mit Techniken aus der sensomotorischen Psychotherapie, Ego-State-Therapie und Internal Family Systems, um die Herausforderungen bei der Behandlung von Klient:innen mit einem breiten Spektrum von Diagnosen zu bewältigen, darunter komplexe PTBS, Borderline-Persönlichkeit, bipolare Störungen, Sucht- und Essstörungen sowie dissoziative Störungen.
Durch eine Kombination aus didaktischem und erfahrungsorientiertem Lernen (Demonstration, Videobänder) lernen die Teilnehmer:innen ein neues und vielversprechendes Modell, um diese Menschen als fragmentiert und innerlich mit sich selbst im Krieg stehend zu verstehen.
Diese Arbeitsweise ermöglicht es Trauma-Überlebenden, die traumatische Vergangenheit anzuerkennen und gleichzeitig die Fähigkeit zu stabilisieren, ein normales Leben im Hier und Jetzt zu führen.
Wenn Traumasymptome neurobiologisch als emotionale Erinnerungen verstanden und behandelt werden, die von abgespaltenen, verleugneten Ich-Zuständen festgehalten werden, werden selbst die selbstzerstörerischsten, therapiedestruktiven und de-stabilisierten Klient:innen verständlich und handhabbar.
Im Laufe dieser 6-moduligen Fortbildung lernen die Teilnehmer:innen Folgendes:
- Beschreiben der neurobiologischen und psychologischen Auswirkungen traumatischer Ereignisse
- Anzeichen und Symptome von Fragmentierung und internen Konflikten zu erkennen
- Klient:innen aufzuklären, damit ihre traumabedingten Symptome und ihr inneres Erleben einen Sinn ergeben
- Klient:innen zu helfen, Neugier und Interesse zu steigern
- Manifestationen von fragmentierten Teilen des Selbst zu erkennen
- den Einsatz von Techniken der interpersonellen Neurobiologie und des sozialen Engagements bei der Behandlung darzulegen
- bei Klient:innen Mitgefühl für verletzte Teile des Kindes wecken zu können
- Klient:innen in der Anwendung interner Dialogtechniken zu unterweisen
- somatische, Visualisierungs- und Ego-State-Techniken zur Auflösung von traumatischen Erinnerungen
- Interventionen zur Stärkung der inneren sicheren Bindung und des Selbstmitgefühls
- Begreifen der Bedeutung von "Integration" bei der Behandlung von Spaltung und Fragmentierung
Modul 1: Trauma und Selbstentfremdung
Das Überleben eines Traumas, insbesondere in jungen Jahren, erfordert, dass wir das missbrauchte, gedemütigte Kind verleugnen und versuchen, ein Kind zu sein, das "gut" ist, um missbraucht zu werden. Die Auswirkungen der Verleugnung und der Ablehnung unserer selbst, um zu überleben, haben lebenslange Folgen und führen zu Persönlichkeitsstörungen oder dissoziativen Störungen, unsicherem Verhalten und turbulenten Beziehungen, auch in der therapeutischen Beziehung.
In diesem Modul befassen wir uns mit einem Traumamodell, das sich mit diesem wichtigen Thema befasst, und damit, wie wir unseren Klient:innen helfen können, sich selbst mit Mitgefühl statt mit Scham und Selbstverurteilung zu verstehen und zu begegnen.
Modul 2: Suizidalität, Selbstschädigung, Süchte und Ess-Störungen
Die Forschung zeigt den engen Zusammenhang zwischen einer traumatischen Geschichte und der Entwicklung von unsicherem Verhalten, Süchten und Essstörungen. In diesem Modul geht es darum, wie man Klient:innen helfen kann, unsichere Impulse als Traumareaktionen zu verstehen, die von Schutzanteilen gesteuert werden. Traumabezogene Hinweise im täglichen Leben stimulieren Angst und Scham und treiben Kampf- und Fluchtanteile zu verzweifelten Maßnahmen, die zwar kurzfristige Erleichterung bringen, aber die unsichere Umgebung der Kindheit wiederherstellen.
Das Verständnis ihrer Schutzabsichten beruhigt oft das System und ermöglicht es den Klient:innen, die Ressourcen und Fähigkeiten aufzubauen, die sie zur Bewältigung der emotionalen Überforderung benötigen.
Modul 3: Die Herausforderung der traumatischen Bindung
Körperliche, emotionale und/oder sexualisierte Traumata in der Kindheit haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Bindungsentwicklung und führen zu dem, was Forscher als "desorganisierte Bindung" bezeichnen. Das Kind (und später der Erwachsene) reagiert auf die bedrohliche Umgebung mit erhöhter Sehnsucht nach Nähe und Angst vor Verlassenheit, die sich mit Ängsten vor Nähe und erhöhtem Misstrauen abwechseln. Trennungsangst wechselt sich ab mit dem Wegstoßen von anderen oder der Flucht vor ihnen.
Die Intensität dieser gegensätzlichen Triebe ist für die:den Klient:in verwirrend und beängstigend und belastet oft die therapeutische Beziehung. In diesem Modul befassen wir uns mit dem Umgang mit traumatischer Bindung, da sie die Behandlung erschwert.
Modul 4: Grundlegende Fertigkeiten für die traumainformierte Stabilisierung
Die Überwindung von innerer Fragmentierung und Selbstentfremdung erfordert die Fähigkeit, sich achtsam zu konzentrieren, anstatt mit der Flut von Emotionen und Impulsen, die Überlebende täglich erleben, "mitzugehen". Schritt-für-Schritt-Anleitungen helfen der:dem Therapeut:in, die Klient:innen von impulsiven Handlungen und Reaktionen zu achtsamem Gewahrsein und der zunehmenden Fähigkeit zu führen, "mit" sich selbst zu sein. Wenn die Klient:innen lernen, ihren intensiven Kummer als eine Mitteilung ihrer jungen traumatisierten Anteile zu verstehen, ändert sich ihre Beziehung zu den starken Emotionen und der Tendenz zum Ausagieren.
Modul 5: Entwicklung der internen Kommunikation und Zusammenarbeit
Die nächste Herausforderung bei der Behandlung ist die Entwicklung einer internen Zusammenarbeit zwischen den Anteilen, die durch widersprüchliche Überlebensreaktionen angetrieben werden. Selbstzerstörerisches Verhalten wird in der Regel verhaltenstherapeutisch angegangen, aber hohe Rückfallquoten bestätigen die Notwendigkeit, auch das Trauma und die traumatisierten Anteile zu behandeln. Ein erster Schritt besteht darin, den Klient:innen dabei zu helfen, ihre Beziehung zu unsicheren Gedanken und impulsiven Handlungen zu ändern. Als Nächstes erfordert die Behandlung die Fähigkeit zum inneren Dialog und zur Verhandlung, was zu einem wachsenden Einfühlungsvermögen für die Anteile und zur Bereitschaft führt, mit ihnen kreativ und mitfühlend umzugehen. Sicherheit wird zu einer gemeinsamen Basis, auf der alle Anteile willkommen sind.
Modul 6: Anwendung von TIST-Konzepten und -Techniken in der Behandlung
In diesem letzten Modul haben die Teilnehmer:innen die Möglichkeit, das Gelernte aus dem Modell der traumainformierten Stabilisierungsbehandlung (TIST) auf reale klinische Szenarien anzuwenden. Diese Sitzung konzentriert sich auf die praktische Integration von TIST-Techniken durch Fallpräsentationen und Gruppenübungen. Therapeut:innen werden ermutigt, ihre eigenen herausfordernden Fälle einzubringen, und als Gruppe werden wir zusammenarbeiten, um den im gesamten Programm besprochenen Rahmen und die Strategien anzuwenden.
Gemeinsam werden wir uns darauf konzentrieren, Fälle durch die Linse der traumainformierten Stabilisierung zu beurteilen, fragmentierte Teile zu identifizieren und personalisierte Behandlungsansätze zu entwickeln. Die Teilnehmer:innen üben, Klient:innen zur internen Kommunikation anzuleiten, Empathie für verleugnete Teile zu fördern und die interne Zusammenarbeit zu erleichtern.
Diese praktische Sitzung legt den Schwerpunkt auf Gruppenlernen, sodass Therapeut:innen ihr Verständnis des TIST-Modells vertiefen und ihre Fähigkeiten in einer unterstützenden Umgebung verfeinern können.
Zielgruppe
Ärztliche und psychologische Psychotherapeut:innen, Psychiater:innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen, Heilpraktiker:innen für Psychotherapie und andere therapeutische Fachkräfte
Übersetzung
Dieses Live-Webinar simultan ins Deutsche übersetzen. Teilnehmende können wählen zwischen Audio im englischen Originalton oder der deutschen Übersetzung.
Fortbildungspunkte
Diese Fortbildung ist von der Psychotherapeutenkammer Hamburg mit 18 Fortbildungspunkten akkreditiert.
Besonderer Service
Einzelne Vortragsteile werden aufgezeichnet und die Aufzeichnung(en) können von allen Teilnehmenden direkt nach dem 1. Modul bis 30 Tage nach Ende der Weiterbildung auf unserer Website im Downloadbereich angeschaut werden.
Seminargebühr
930,- Euro, inkl. Handout mit übersetzten Folien, technischer Support, Zugang zu den Videos und Aufzeichnungen
Zahlbar in 4 Raten à 250,- € (inklusive 70,- € Verwaltungsgebühr)
Technische Voraussetzungen für die Teilnahme:
PC, Laptop oder Tablet mit Kamerafunktion.
Literaturempfehlungen
Termine in der Übersicht
1.04.2027 - 18.00 - 20.00 Uhr
22.04.2027 - 18.00 - 20.00 Uhr
13.05.2027 - 18.00 - 20.00 Uhr
3.06.2027 - 18.00 - 20.00 Uhr
24.06.2027 - 18.00 - 20.00 Uhr
19.08.2027 - 18.00 - 20.00 Uhr
